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Seit mehreren Jahren muss die Polizei im Kanton Bern rund dreimal täglich wegen häuslicher Gewalt intervenieren. Betroffen können Partner*innen, aber auch Kinder sowie alte, gebrechliche, pflegebedürftige oder kognitiv beeinträchtigte Personen sein.

Die schweizerische Kriminalstatistik 2017 zeigt, dass von den insgesamt polizeilich registrierten Gewaltdelikten 37% in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt erfolgten. Gemäss Schätzung des Bundesamts für Statistik werden allerdings nur rund 20% der Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei gemeldet.

Häusliche Gewalt verursacht somatische, psychosomatische und insbesondere auch psychische Gesundheitsfolgen. Sind Elternteile von häuslicher Gewalt betroffen, besteht für die involvierten Kinder ein hohes Risiko, mit Verhaltensauffälligkeiten sowie emotionalen Störungen zu reagieren.

Angesichts der statistischen Zahlen und unter Berücksichtigung der Dunkelziffer muss davon ausgegangen werden, dass wir in unseren verschiedenen professionellen Tätigkeitsfeldern regelmässig mit Betroffenen von häuslicher Gewalt zu tun haben. Nicht selten werden aber bei Klient*innen resp. Patient*innen psychische und physische Beeinträchtigungen als Folge von häuslicher Gewalt nicht erkannt – und von Fachpersonen auch nicht erfragt.

Die drei Sozialkonferenzen des Sozialdienstes UPD werden sich im 2019 verschiedenen Themenbereichen der häuslichen Gewalt widmen. Expert*innen von eidgenössischen und kantonalen Behörden, Beratungsstellen und der Medizin vermitteln u.a. Grundlagenwissen sowie Informationen zu verschiedenen Akteur*innen im Hilfesystem, zur rechtlichen Situation, zur Interventionskaskade und zur Zusammenarbeit der involvierten Stellen.

In der ersten Sozialkonferenz wird u.a. Frau  Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler, Chefärztin und Ordinaria für Psychiatrie, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, zu den psychischen Folgen von häuslicher Gewalt und über ihre Erfahrungen mit einem standardisierten Screening in den UPK referieren. Am 12. März wird ebenfalls auf Kinder als Mitbetroffene eingegangen werden.

Weitere Sozialkonferenzen zum Thema finden am 18. Juni und am 5. November 2019 jeweils nachmittags statt.

Anmeldungen mit Angaben von Namen, Vornamen, Institution und Berufsbezeichnung sind bis 5. März 2019 an AGSozialkonferenz@upd.ch zu senden.

Die Veranstaltung ist kostenlos.

> Flyer

> Artikel von Lisa Aeberhard, Co-Präsidentin sages