Fachbereich Soziale Arbeit in der Arztpraxis

Für viele Menschen in prekären Lebenslagen sind ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte die erste Anlaufstelle. Ihre gesundheitlichen Anliegen sind oft die Folgen oder die Auslöser von sozialen, finanziellen oder persönlichen Problemen und Krisen. Die Komplexität prekärer Lebenssituationen zeigt sich der Ärzteschaft in Form von «unspezifischen Patientenanliegen» oder «schwierigen» Patientinnen und Patienten.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte verfügen als Vertrauenspersonen über die Chance, biopsychosoziale Problemlagen früh zu erkennen und professionelle Hilfe anzubieten. Soziale Arbeit in der Arztpraxis unterstützt die Ärztinnen und Ärzte resp. ihre Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht und niedrigschwellig mit dem Ziel, sich gegenseitig verstärkende Verschlechterungen von sozialen und gesundheitlichen Problemen aufzuhalten. Zusammen mit Sozialarbeitenden werden die Patientinnen und Patienten umfassend betreut und verbessern dadurch ihr Gesundheitsverhalten, ihre Adhärenz und ihre psychische Gesundheit. Folgekosten durch Klinikaufenthalte, Notfalleinweisungen, Jobverlust oder Sozialhilfeabhängigkeit können reduziert werden.

Die Fachgruppe unterstützt allgemeinmedizinische, pädiatrische, gynäkologische und psychiatrische Ärztinnen und Ärzte sowie Sozialarbeitende bei der Umsetzung von Sozialer Arbeit in der Arztpraxis und fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen aller Beteiligten dieses neuen interprofessionellen Arbeitsfeldes der Sozialen Arbeit.

Die Mitglieder treffen sich regelmässig. Die Daten werden jeweils im Veranstaltungskalender veröffentlicht.

Kontakt

Monika von Burg
Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie ZFPP, Biel
m.vonburg@zfpp.ch
René Rüegg
Berner Fachhochschule, Departement Soziale Arbeit