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Im Gesundheitswesen und in der Politik besteht weitgehend ein Konsens, dass die Versorgungspartner besser vernetzt und deren Leistungen koordiniert werden müssen, damit die Versorgungsqualität für die Klient:innen über die gesamte Behandlungskette hinweg gewährleistet ist. Dieser Idealvorstellung steht jedoch ein Versorgungssystem gegenüber, welches von einer starken Fragmentierung professioneller Leistungen geprägt ist. Vielfach steht nicht die «Integration» unterschiedlicher Fachexpertisen im Fokus, sondern vielmehr die «Koordination» von medizinischen Leistungen. Soziale Ursachen und Folgen von Krankheit – insbesondere bei Menschen mit Mehrfacherkrankungen und chronischen Problemen – geraten aus dem Blickfeld. Aus der Perspektive eines bio-psycho-sozialen Verständnisses von Gesundheit und Krankheit sind diese sozialen Faktoren jedoch zwingend in den Versorgungsprozess zu integrieren.

Die 3. Nationale Fachtagung des Schweizerischen Fachverbands Soziale Arbeit im Gesundheitswesen SAGES widmet sich dem Thema der Integrierten Versorgung. Dabei soll ein fachlich fundiertes Verständnis einer Integrierten Versorgung diskutiert werden, in welchem die Soziale Arbeit eine wichtige Rolle einnimmt. Es werden ausgewählte Praxismodelle vorgestellt, welche u.a. die Kooperation zwischen den Professionellen über die gesamte Behandlungskette hinweg beschreiben und wie darin die Klient:innen und ihre Bezugspersonen in ihren Verhältnissen, beispielsweise den sozialen Netzwerken, der Wohn- und/oder Arbeitssituation und in ihrer Lebensführung adäquat berücksichtigt und unterstützt werden. In Keynotes, Workshops und Austauschgefässen werden sowohl das Potential der Sozialen Arbeit als auch die offenen Fragen hin zu einer finanzierten Integrierten Versorgung mit Berücksichtigung der sozialen Gesundheitsfaktoren ausgelotet. Dabei stehen Fragen und Antworten der Praxis ebenso auf dem Programm wie diejenigen der Politik. Eine breite und offene Diskussion soll dazu beitragen, die Positionierung von Professionellen der Sozialen Arbeit im Kontext der Integrierten Versorgung zu stärken.